Heimarbeit
Wirtschaftswunder am Küchentisch
 

An der Spulmaschine

Das Bild zeigt meine Tanten Roswitha und Hilda Schwärzler Ende der 1930er-Jahre. Sie stehen an der sogenannten Spulmaschine und müssen die Wollstränge auf die Spulen für die Strickmaschine umspulen. Diese Aufgabe war ihnen zugeteilt.

Meine Großmutter hatte ein Strickatelier und strickte Kleider, Pullover, Westen etc. auf Maß. Die gestrickten Teile wurden zugeschnitten und mit einer Endelmaschine zusammengenäht. Diese Arbeit begann sie in den 1930er-Jahren und führte sie vor allem im Winter bis Ende der 1950er-Jahre durch – im Sommer führte sie eine Gästepension. 

 

Diese Erinnerung berichtet von einer Form der weiblichen Erwerbstätigkeit, die laut Definition eigentlich keine Heimarbeit war. Frauen, die direkt für ihre Kundinnen (also ohne industriellen Auftraggeber) strickten, nähten, Teppiche webten usw., galten als selbständige Gewerbetreibende. Die Rahmenbedingungen waren aber mit jenen der Heimarbeiterinnen vergleichbar: Arbeit zu Hause, neben den Kindern, außerhalb geregelter Arbeitszeiten.

Aufnahmeort: Hittisau, Ende der 1930er-Jahre
zur Verfügung gestellt von Magdalena S.

 

 

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