Heimarbeit
Wirtschaftswunder am Küchentisch
 
Ausgediente Waschmitteltrommeln,...

„Ich kann mich nur noch vage daran erinnern, dass die Mutter meines Volksschulfreundes Heimarbeit gemacht hat. Was ‚Heimarbeit‘ bedeutet, wusste ich nicht, denn meine Eltern waren selbstständig, umso überraschter war ich, dass es so etwas gibt. Der Vater meines Freundes arbeitete als Gemeindebediensteter und ein Zusatzeinkommen war willkommen, wenn nicht sogar nötig. Soweit ich mich erinnern kann, hat die Mutter meines Freundes irgendwelche schwarzen Stecker für eine Firma zusammengesetzt. Diese wurden als Einzelteile geliefert und als Fertigteile wieder abgeholt. Eine solche Anlieferung habe ich jedoch nie miterlebt. Was ich noch als weit entferntes Bild im Kopf habe, sind die ausgedienten Waschpulvertrommeln, die als Zwischenbehälter dienten. Außerdem mussten wir uns öfters mit der Mutter des Freundes abstimmen, wer wann in welchem Raum spielte oder arbeitete. Dunkel erinnere ich mich daran, dass wir – wenn die Zeit knapp wurde – helfen ‚durften‘. Dann fielen auch für uns ein paar Schillinge ab oder zumindest eine Jause nach unserem Geschmack. Ich finde es durchaus interessant, dass der ältere Bruder meines Freundes später eine größere Firma für Stecker und Steckverbindungen mit aufgebaut hat und dessen Geschäftsführer wurde. Vielleicht hat sich die Idee mit den Steckern bei ihm festgesetzt? Neben der Heimarbeit gab es auch noch andere – allerdings wahrscheinlich mehr idealistische Tätigkeiten – welche die Mutter meines Freundes erledigte, wie das Verteilen und Einkassieren abonnierter, meist religiöser Zeitschriften.“

Erinnerung zur Verfügung gestellt von Markus K. (51. J.), April 2017
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