Heimarbeit
Wirtschaftswunder am Küchentisch
 
Gut geschliffene Scheren waren wichtig!

Mein Vater war Einkaufsleiter bei der Fa. F. M. Rhomberg. Die Fa. Madrisa (heute Tridonic) in der Schützenstraße gegenüber der Gastwirtschaft Helvetia war damals eine 100 %-Tochter von F. M. Rhomberg und erzeugte Hemden und Damenblusen. Somit war mein Vater auch für dessen Einkauf verantwortlich.
Eines Tages, es dürfte Ende der 60er-Jahre gewesen sein, besuchte Herr Erich Wohlgenannt meinen Vater in seinem Büro und berichtete ihm, er hätte in der Schillerstraße in Dornbirn ein Geschäft für Messerschmiede und Schleiferei eröffnet und würde dringen Aufträge benötigen. Die Fa. Madrisa sei ja ein konfektionserzeugender Betrieb und benötige sicherlich immer gut geschliffene Schneidwerkzeuge. Und so kam es, dass mein Vater Herrn Erich Wohlgenannt (Vater der heutigen Geschäftsinhaber) einen Großteil der Schleifaufträge zukommen ließ.
Meine Mutter machte in dieser Zeit auch Heimarbeit und zwar musste sie von großen Stoffballen Tischtücher und Tischläufer zuschneiden, ausfransen und abnähen. Dazu brauchte sie auch immer wieder gut geschliffene Scheren, welche natürlich bei Fa. Wohlgenannt geschliffen wurden. Aus Dank für die Aufträge, welche mein Vater Herrn Wohlgenannt zukommen ließ, musste meine Mutter solange sie Heimarbeit machte, nie etwas für die Schleifarbeit bezahlen.
Ich kann mich noch erinnern, da ich als Kind öfters die geschliffenen Scheren abholen musste, dass die fertige Waren in Zeitungspapier eingepackt waren und diese Verpackungsart hat sein Sohn bis heute beibehalten.

Erinnerung zur Verfügung gestellt von Ulrich R., April 2018
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