Heimarbeit
Wirtschaftswunder am Küchentisch
 

Heimarbeit bei Philipp Mäser

1924 gründete Philipp Mäser, der aus der Unternehmerfamilie Benedikt Mäser (Elastisana) stammte, eine eigene Strickwarenerzeugung. Er spezialisierte sich auf Grobstrickwaren wie Damen-, Herren- und Kinderpullover, Damenstrümpfe, Socken, Kleinkind- und Babystrickwaren sowie Damenhygieneartikel. Ab den 1930er-Jahren waren die modischen Woll-Badeanzüge und -hosen der Marke Delphin das Aushängeschild des Unternehmens.

Heimarbeit war seit der Gründung ein Bestandteil des Produktionsprozesses, da verschiedene Arbeitsschritte in der Endfertigung nicht maschinell durchgeführt werden konnten: das Anhäkeln der Krägen, Annähen der Knöpfe, Zusammennähen von Strickteilen, Aufsticken der Motive usw.

Die Heimarbeit wurde, wie im Hintergrund des Fotos sichtbar, in großen Stofftüchern als Bündel ausgegeben und entweder von den Frauen selber abgeholt oder per Fahrrad, später mit dem legendären VW-Bully, zugestellt.

Bis zu einem Generationswechsel im Jahr 1969 inklusive Umstellung der Marke auf Maselli und Reduktion des Produktsortiments arbeiteten immer an die 40 Frauen für das Unternehmen. Die meisten stammten aus der Umgebung der Fabrik in Dornbirn-Kehlen, nicht wenige wohnten in der benachbarten Südtirolersiedlung. Das Verhältnis zu den Mitarbeiterinnen am Küchentisch war familiär, sie nahmen auch an den beliebten Betriebsausflügen teil.

Ort: Dornbirn, Fabriksgebäude Philipp Mäser, Widagasse 11
Datierung: um 1950
zur Verfügung gestellt von Dr. Othmar Mäser

Verknüpfte Sammelstücke

Familienproduktion mit Zurne

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