Heimarbeit
Wirtschaftswunder am Küchentisch
 

„Pfannenkrätzer“

Heinz Faigle stammte aus einer Unternehmerfamilie, die in Hard eine Zwirnerei und Färberei betrieb, baute nach dem Zweiten Weltkrieg aber ein eigenes, neues Unternehmen in einer anderen Branche auf – Faigle Kunststoffe. In einer Baracke am Hafen begann er, mit der Kunststofftechnologie zu experimentieren, die damals noch in den Kinderschuhen steckte. Erste Produkte waren Puppen- und Kasperlköpfe. Diese wurden in kleinen Auflagen produziert und von geschickten Harder Heimarbeiterinnen bemalt und endgefertigt.

Ein weiterer Produktionszweig waren Anfang der 1950er-Jahre Haushaltsartikel aus Plastik, wie die sogenannten „Pfannenkrätzer“ oder „Waschel“. Das waren Topfreiniger aus buntem Kunststoff. Aus Hart-PVC-Fäden wurden im Unternehmen mit einer Maschine Rundschläuche gestrickt, die dann in Heimarbeit gerollt und abgebunden wurden. Sie wurden säckeweise in die Haushalte geliefert und wieder abgeholt.

Bei den Heimarbeiterinnen und -arbeitern war die Arbeit nicht immer beliebt, da das In-Form-Bringen des grobmaschigen Materials eine mühsame, die Finger aufrauende Tätigkeit war. Die PVC-Fäden waren nämlich eckig, damit die „Waschel“ besser kratzten.

Herstellungsort: Hard
Material: PVC
zur Verfügung gestellt von Wolfgang Faigle
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